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"Der Labrador ist der  König der Retriever."
 
Der autosomal-rezessive Erbgang

Bei dem autosomal-rezessiven Erbgang handelt es sich um eine Art der Vererbung, wonach das defekte Allel auf beiden homologen Chromosomen vorhanden sein muss, damit das Merkmal auftritt - wie bei den Labrador Retrievern zum Beispiel prcd-PRA, EIC oder CNM. Es können nur homozygote Träger des  "Defektes" erkranken, d.h. das defekte Allel muss beide Male vorhanden sein.

Zur Verdeutlichung

Allel:  n = "gesund" - N = "krank" 
Jeder Hund "hat" jeweils zwei Allele; eines wird vom Vater, eines wird von der Mutter weitergegeben. Nur wenn 2 "kranke" Allele aufeinandertreffen, ist der Hund "affected" - d.h. die Krankheit kann ausbrechen.

Ein Beispiel:


Ein Hund kann folgende "Allelpaare" haben:

Allele Beschreibung
nn clear
(zwei "gesunde" Allele; Hund kann nicht erkranken)
nN carrier
(ein "gesundes" und ein "krankes" Allel; Hund kann nicht erkranken, kann jedoch das "kranke" Allel an seine Nachkommen weitergeben)
NN affected
(zwei "kranke" Allele; Hund kann erkranken, wird das "kranke" Allel an seine Nachkommen weitergeben)

Verpaart man nun folgende Elterntiere, erhält man die folgenden (statistischen) Nachkommen (wobei Mutter/Vater austauschbar sind):

Mutter* Vater* clear  nn carrier  nN affected  NN
nn nn 100% - -
nN nn 50% 50% -
NN nn - 100% -
nN nN 25% 50% 25%
nN NN - 50% 50%
NN NN - - 100%
*oder umgekehrt 

Alle Verpaarungen, aus denen "affected" Nachkommen hervorkommen (können), sind laut Zuchtordnung verboten bzw. nicht erwünscht (je nach Krankheit). Somit sind Gentests ein gutes Mittel, um die Ausbreitung von Erbrankheiten mit autosomal-rezessivem Erbgang durch gezielte Verpaarungen einzudämmen und zu verhindern. In meinen Augen muss das nicht zwangsläufig heißen, dass alle affected-Hunde aus der Zucht auszuschließen sind, im Gegenteil. Auch diese Hunden leisten einen sinnvollen Beitrag in der Zucht, aber man muss hier eben gezielt clear-Deckpartner auswählen, um schlimmeres zu verhinden.

 
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